PROGRAMM
30.06.07

Jahresrückblick 2006-2007

Zu den „roten Fäden“…

Eigentlich hat mein Jahresrückblick schon mit der Begrüssung von heute Abend begonnen. Ich möchte diesen roten Faden hier wieder aufnehmen und auf das GF! – Jahr 2006/07 zurückblicken – auf ein Jahr, das uns reichlich gelegenheit bot, uns zu positionieren und Farbe in den politischen Alltag Innerrhodens zu bringen.

 

Wir haben uns an je 12 Mitgleiderversammlungen und Vorstandssitzungen mit lokalen und nationalen politischen Themen auseinandergesetzt. Vor den beiden eidgenössischen Abstimmungen zum Asyl- und Ausländergesetz sowei zur Einheitskrankenkasse haben wir je eine überparteiliche Podiumsveranstaltung organisiert. Wobei sich dich Unterstützung durch die anderen politischen Gruppierungen und Parteien weitgehend auf die Mitfinanzierung beschränkt hat. Beide Anlässe waren gut besucht, was unsere Haltung bestärkt, dass die politischen Gruppierungen und Parteien im Verlauf des Jahres regelmässig Möglichkeiten zur politischen Meinungsbildung bieten sollten. Deshalb schränkten wir auch unsere Aktivitäten nicht schwerpunktmässig auf die hektischen und umtriebigen Zeiten im Vorfeld von Wahlen an der Landsgemeinde und an den Bezirksgemeinden ein.

 

Zum zweiten Mal führten wir das Dreikönigsgespräch durch – diesmal mit Landesfähnrich Melchior Looser. Im Zentrum standen die kantonale Integrationspolitik sowie Förderungs- uns Schutzmassnahmen im Langsamverkehr.

 

Weitere politische Schwerpunkte dieses GF! – Jahres waren die Teilnahmen an zwei Vernehmlassungen und zwar zur Revision des Baugesetzes sowie zur Revision der Feuerschau-Zonenplanung.

 

Der neuen Strategie zum Spital Appenzell, vorgestellt von Herrn Christian Baer, Präsident des Spitalrates, widmeten wir eine Mitgliederversammlung. Zudem organisierten wir zusammen mit ihm für die Grossräte eine Besichtigung des Personalhauses.

 

Wir engagierten uns für 4 eidgenössische Initiativen:

-          für die Steuergerechtigkeitsinitiative der SP – Schweiz

-          für die Initiative zum Stopp von Kriegsmaterial-Export der GsoA

-          für die Abzockerinitiative von Trybol

-          und für die Stopp – Offroader – Initiative der Jungen Grünen

Wir veröffentlichten diese 4 Initiativen auf unserer Homepage www.gfi-appenzell.ch und sammelten am Maimarkt Unterschriften. Es erübrigt sich auf rote Fäden hinzuweisen, denn ich denke für uns GF! – Mitglieder sind sie leicht erkennbar. Es stellt sich da höchstens die Frage, ob wir unsere politischen Tätigkeiten noch offensiver, für Aussenstehende besser erkennbar, kommunizieren müssten.

 

In diesem Jahr standen Wahlen im Zentrum des politischen Geschehens in Appenzell. Leider konnten bei der Wahl in die Feuerschaukommission Toni Kölbeners fundierte fachliche Qualifikationen seinen relativ geringen Bekanntheitsgrad nicht ganz wettmachen. Wir danken Toni nochmals herzlich, dass er sich der Wahl gestellt und damit auch das Risiko des Scheiterns auf sich genommen hat. Wir sind dankbar, dass er seine Kräfte nebst dem Gospelchor auch weiterhin der GF! zur Verfügung stellt.

Schon früh stand fest, dass für die Ständeratswahl wie auch für die Wahl des Säckelmeisters keine Kandidaturen aus unseren Reihen zur Verfügung standen. Gemeinsam wählten wir die Strategie, die uns politisch am nächsten stehenden Kandidaten zu unterstützen und mit ihnen auch nach ihrer Wahl in regelmässigem Austausch zu bleiben. Im Wahlprozedere bemühten wir uns um einen fairen Umgang mit Gewinnern und Verlierern – immer mit dem Ziel, den Menschen im Zentrum zu sehen und nicht nur den politischen Kandidaten.

 

Ein Höhepunkt dieses GF! – Jahres war die Neuauflage des Forums „Appenzell – wohin?“ im November. Diese von der GF! zum dritten Mal durchgeführte Veranstaltung soll Gelegenheit bieten, fernab vom Alltag über grundsätzliche politische Anliegen diskutieren zu können. Diesmal stand die politische Landschaft Innerrhodens im Zentrum. Unter der kompetenten Leitung von Herrn Walter Langenegger, damals Inlandchef des St.Galles Tagblattes, heute Kommunikationsbeauftragter der Berner Stadtregierung, diskutierten auf dem Podium VertreterInnen der politischen Gruppierungen und Parteien Innerrhodens – nur der mächtige kantonale Gewerbeverband konnte es sich leisten, aus Zeitmangel fernzubleiben, obwohl das Datum dieser Veranstaltung schon weit im Voraus kommuniziert worden war. Das zahlreich erschienene Publikum wurde in Gruppendiskussionen miteinbezogen. Dabei wurde auf die Wichtigkeit der GF! als oppositionelle Stimme hingewiesen, was uns bestärkt, die politischen Machtträger weiterhin kritisch zu hinterfragen und mit Weitsicht für soziale und umweltpolitische Anliegen sowie für Bildung und Kultur einzustehen.

 

GF! – intern wurde dieses Jahr vom Hinschied unseres langjährigen Kassiers und unseres aktiven Mitglieds Lukas Birrer geprägt. Wir werden im Verlauf dieser HV Lukas’ Verdienste noch besondes würdigen.

 

Unsere Gruppierung zeichnet sich durch einen kleinen Kern sehr aktiver Mitglieder aus. In diesem Jahr konnten einige Mitglieder und Interessierte – vor allem Frauen – gewonnen werden. Unser Ziel ist es, mit weiteren Neumitgliedern unser politisches Engagement auf mehreren Schultern verteilen zu können. Dem Vorstand bleibt es weiterhin ein wichtiges Anliegen, die Mitglieder in Entscheide miteinzubeziehen, denn breit abgestützt können wir mehr bewegen.

 

Am Mitgliederausflug ins Klee – Museum nach Bern, der von Josef organisiert wurde, konnte auch die Geselligkeit gepflegt werden, die im politischen Alltagsgeschäft doch eher zu kurz kommt.

 

Ein Fixpunkt dieses GF! – Jahres war auch die Auseinandersetzung mit der Frage zur Gründung einer SP, worüber wir ja heute weiteres beschliessen werden.

 

Von den Medien erhielten wir gute Gelegenheiten, um uns mit unserer politischen Arbeit präsentieren zu können. Ebenfalls zur Präsentation der GF! trug unsere neue Homepage bei. Herzlichen Dank an Alfred und Söle für die Kreation und an Thomas für die regelmässige Bearbeitung. Dank Josef und Ivo konnten wir ein weiteres Bulletin über unsere Aktivitäten herausgeben. Zudem wurde die diesjährige Fasnachtszeitung einmal mehr zu einem politisch – kulturellen Leckerbissen. Besten Dank dafür.

 

Wir versuchen weiterhin offen und fair unsere politischen Anliegen zu vertreten und gegen aussen klar erkennbar an den roten Fäden weiterzuspinnen. Kurz: Wir bleiben dran! Dazu suchen wir auch immer wieder den Dialog und den Austausch mit politisch anders Denkenden. Oppositionsarbeit oder das Schwimmen gegen den politischen Hauptstrom erfordert Engagement und Zivilcourage. Dafür danke ich Eucgh allen! In der tiefen Überzeugung, dass wir vor allem gemeinsam etwas bewirken können, freue ich mich auf das kommende GF! – Jahr. Zum Schluss bleibt da noch der Wunsch aus unserem Bericht zum Jahreswechsel 2006/07 im Appenzeller Volksfreund, dass sich MitbürgerInnen vermehrt politisch beteiligen. Denn Gründe zur Empörung gibt es genug – lokal, national und auch global – wofür sich das Engagement lohnt! Vielleicht haben wir mit der heutigen Diskussion über Jugend und Politik einen weiteren kleinen Anstoss dazu geben können.

 

Gonten, im Schmalzrüebli, anfangs Juni 2007 – dort wo im letzten Herbst mit krititschem Text zur Asylthematik von einem umtriebigen Hüter der Ordnung fotografiert und der politischen Obrigkeit im Bezirk weitergeleitet wurde.

 

Euer Präsident                                 Martin Pfister