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GFI empfiehlt 2 x JA

Die Gruppe für Innerrhoden (GFI) empfiehlt – wenn auch mit einigen Vorbehalten – JA zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» und knapp ebenso zur Revision des Zivildienstgesetzes.

 

Eine Mitgliederversammlung befasste sich mit den Vorlagen der Abstimmung vom kommenden Wochenende. Die Mehrheit hält es für nötig, die Zuwanderung in die Schweiz zu begrenzen oder mindestens zu bremsen.

 

Zeichen setzen

Das JA soll ein Zeichen setzen und endlich griffige Massnahmen auslösen und unterstützen gegen das stetige und ausufernde Wachstum mit immer unübersehbareren, schwerwiegenden Folgen: Verbauung unseres Landes, auch Innerrhodens, mit Kulturlandverlust, Verbetonierung durch Wohn-, Betriebs- und Strassenbauten, verbunden mit mehr Verkehr, Lärm und Verdichtung – bei unaufhörlich steigenden Mieten und Immobilienpreisen.

Die Schweiz darf nicht zugunsten eines steuergünstigen Spielplatzes für internationale Konzerne schleichend geopfert werden (siehe Kanton Zug!). Die im europäischen Vergleich sehr hohe Zunahme der ständigen Bevölkerung soll auf ein akzeptables und breit akzeptiertes Mass eingegrenzt werden. Der sehr grosszügige Familiennachzug, der einen wesentlichen Teil des Bevölkerungswachstums ausmacht, führt zu weit und muss auf die Kernfamilie eingeschränkt bleiben.

Die Wirtschaft soll zuerst das eigene Arbeitskräftepotenzial ausschöpfen und nicht ältere ArbeitnehmerInnen durch günstigere aus dem Ausland ersetzen. Heute diskriminieren nicht selten deutsche Personalchefs in der Schweiz Berufsleute, weil sie kein Abitur (deutsche „Schmalspur-Matura“) haben, und Schweizer Studienabgängern werfen sie vor, ihnen fehle Berufserfahrung.

Die ständige Begründung des Bevölkerungswachstums mit der Notwendigkeit für die Finanzierung der AHV und die Gesundheitsvorsorge, d.h. die unendliche Wachstumsspirale muss durchbrochen werden. Die Probleme verschärfen und verschieben sich sonst nur.

 

Vorbehalte

Dabei darf es jedoch auf keinen Fall eine Rückkehr zum früheren berüchtigten, menschenunwürdigen Saisonnier-Statut geben. Die bestehenden Sozial-, Arbeits- und Menschenrechte sind unverändert aufrechtzuerhalten.

Es wird von den Kreisen, welche die Initiative lanciert haben bzw. unterstützen, klar erwartet, dass den Worten Taten folgen und sie vor allem i.S. Raumplanung, Einzonungen und Strassenbau wirklich ebenso endlich verzichten und sich äusserst zurückhalten. Die profitorientierte Zerstörung von Land und Landschaft, eben von Heimat, muss ein Ende haben und die propagierte «Nachhaltigkeit» sich in einem respektvollen Umgang mit Umwelt, Natur und Kultur zeigen und beweisen.

 

JA zur Zivildienst-Revision
Es sei festgehalten, dass die Arbeit des Zivildienstes als ebenso wertvoll eingeschätzt wird wie jene in der Armee.

Gegen Umgehung – für Fairness
Der Zivildienst soll wie bei der Einführung vorgesehen jenen möglich sein, welche echte Gewissenskonflikte bei einem Ernstfall-Einsatz der Armee haben. Es wird jedoch als nicht fair empfunden, wenn man sich aus beruflichen und Karrieregründen oder Bequemlichkeit faktisch frei mit einer administrativen Erklärung in den Zivildienst oder auf dem medizinischen «blauen» Weg ganz aus der Militärpflicht flüchten bzw. verabschieden kann.

Die Personalbestände der Armee müssen wieder praxistauglich gefüllt werden. Die Kosten für Soldaten, die wohl ausgebildet werden, danach jedoch in grosser Zahl in den Zivildienst wechseln, sollen nicht vergeblich sein.

Der Zivildienst ist aber in jedem Fall für Menschen mit Gewissenskonflikten ohne Schikanen aufrechtzuerhalten.

GRUPPE FÜR INNERRHODEN (GFI)

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Appenzeller Volksfreund
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